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Von Doppeln bis Drehen

Doppeln
In Kafkas Werk doppeln sich die Wege zur Interpretation, um sich erneut zu zweigen und vom ursprünglichen Gedanken weiter und weiter fortzutreiben, in der Endlosigkeit an interpretatorischen Wegesweiten scheint keine greifbar.
(33/ Marie Schreiner)

Dekonstruktion
Innerhalb nur eines Satzes gelingt es dem Erzähler Sehnsüchte zu konstruieren, um sie kurz darauf zu annullieren und die Rezipienten augenscheinlich zu frustrieren. Einen Widerspruch interpretiert der Dekonstruktivist als Anlass für eine List.
(33 / Dominik Zöbisch)

Deutungsoffen
Adornos Feststellung „Jeder Satz spricht: deute mich, und keiner will es dulden“ versucht die Ambivalenz, die Franz Kafkas Werk bei Rezipient*innen auslöst, abzubilden. Die Suche, Wege in Kafkas Literatur zu finden, dauert weiterhin an. Gerade der Prager Autor scheint für ein Interpretationsspektrum unter verschiedenen methodologischen Linsen besonders geeignet, werden seinen Texten doch häufiger als jenen der meisten anderen Autor*innen Stichworte wie ,rätselhaft‘ oder ,unergründlich‘ zugeschrieben, ja es hat sich überdies ein eigener Begriff herausgebildet, um zu beschreiben, was das ,Kafkaeske‘ an Kafkas Werk sei. Um Kafkas Texte greifbarer werden zu lassen, scheint es somit ergiebig, zunächst einzelne Gesichtspunkte in den Blick zu nehmen. Je nach Lesart kann ein anderer Fokus gesetzt werden, wodurch sich unterschiedliche Aspekte offenbaren, die ansonsten gegebenenfalls verborgen geblieben wären. Diese Deutungsvielfalt sollte vonseiten der Rezeption weniger als unermessliches Unterfangen und vielmehr als produktiver Zugang zur Tiefe von Kafkas Werk sowie als Chance begriffen werden. Letztendlich fasst,,deutungsoffen“ in einem Begriff zusammen, was nicht in einem Begriff zusammengefasst werden kann. (165 / Hannah Ansel)

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