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Von Oxymoron bis Overthinking

O wie Oxymoron. Das Oxymoron verkörpert das, was Kafkas Texte so unwiderstehlich macht. Er schafft Verbindungen von scheinbar Gegensätzlichem, ruft Ohnmacht hervor wo keine Gefahr droht, und schafft Sicherheit in der Skurrilität des Augenblicks. (34/ Marie Schreiner)

Ohnmacht
Ein Zustand des völligen Verlusts von Kontrolle und Handlungsfähigkeit, ausgelöst und geprägt durch eine Konfrontation mit mächtigeren, unbegreiflichen Kräften. Sie kann physisch als Bewusstlosigkeit erscheinen, der ein Körper zeitweilig ausgesetzt ist, oder psychologisch und existenziell als tiefes Gefühl der Hilflosigkeit und unfreiwilligen Unterwerfung einer eventuell unbekannten Autorität. In diesem Zustand ist das ohnmächtige Individuum seiner Autonomie beraubt und sieht sich mit einer Realität konfrontiert, die sich durch ihre Undurchdringlichkeit und Absurdität auszeichnet.
Ohnmacht kann dabei eine individuelle Erfahrung darstellen, gleichzeitig aber auch als Symbol für die universelle menschliche Lage stehen. In diesem Fall verweist sie auf das Spannungsfeld zwischen der Sehnsucht nach Selbstbestimmung und der unbarmherzigen Willkür von Systemen, Autoritäten oder dem Schicksal selbst. Ohnmacht kann so zu einer Metapher für die tragische Existenz des Menschen in der unverständlichen modernen Welt werden. (132 / Maja Pfeifle)

Overthinking
Eine Gedankenspirale, in der man sich verlieren kann, die einem den Verstand raubt, weil immer wieder neue Gedanken und Probleme auftauchen, die alles nur schlimmer machen und einen dazu zwingen, sich Lösungen für Probleme zu überlegen, die wahrscheinlich nie eintreten werden. Ein Gefühl der Paranoia, welches dazu führt, dass man sich selbst zuhause nicht mehr sicher fühlt, weil die Problemgedanken einen immer und überall überrollen könnten. (Kerstin Koschemann)

weitere Begriffe: Öffnen, Offensein

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