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Was wir mit Zeichen machen können

Zeichen können ‚Welt‘ darstellen und erzeugen, sie stehen für Prozesse der Kommunikation und des Verstehens auch da, wo wir sie (noch nicht) verstanden haben. In diesem Ausstellungskapitel stellen wir einige der im Deutschen Literaturarchiv überlieferten Phänomene und Funktionen von Zeichen und Zeichensystemen vor. X

Wir zeigen unter anderem, wie Dieter Kühn mit ihrer Hilfe neue Formen des autobiographischen Schreibens entwickelt, Robert Gernhardt, Else Lasker-Schüler und Hilde Domin die Beziehungen zwischen Ich, Bild und Schrift erkunden, Eduard Mörike Texte verschlüsselt, Theo Lutz eine Maschine zum Dichten bringt, Friederike Hauffe mit Geistern spricht, August Schleicher zwischen den Sprachen wandert und Oskar Goldberg den Zufall berechnet.

zum Beispiel: kommunizieren, bezeichnen, strukturieren, weben, buchstabieren, schreiben, zeichnen, zählen, rechnen dichten, programmieren, übersetzen, vergleichen, abkürzen, beschleunigen, chiffrieren, entziffern, besingen, beschwören, berechnen, vorhersagen

„mittelalterlicher Computer“ von Dieter Kühn

 

Inspiriert vom kombinatorischen System des mallorquinischen Gelehrten Ramon Llull (1232–1315) sucht der Schriftsteller Dieter Kühn (1935-2015) nach neuen Formen des autobiographischen Schreibens. Sein eigens dafür gebauter ‚Computer‘ (nach dem engl. ‚compute‘ = zusammenrechnen) besteht aus fünf kreisrunden, in je sechs Segmente aufgeteilten Scheiben (cr = circuli), denen jeweils wiederum kurze autobiographische Textstücke über das Reisen (via), die Malerei (pic), die Musik (mus), die Freundschaft (soc) und das eigene Werk (op) entsprechen. Der Würfel hat darüber entschieden, wie diese Textstücke in Kühns Autobiographie „Das magische Auge“ zusammengefügt wurden.

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