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Literatur-Sommer

Hölderlin leise für sich oder laut für andere lesen, seine Verse blind hören, in Gebärden oder in Tanz übersetzen? Sie als abgeschlossene Texte an und für sich oder als durchlässige Gebilde vor anderen Hintergründen (wie Biographie, Literaturgeschichte, Welt und Natur) erkunden? X

 

Diese Fragen wollten wir im Rahmen des Literatursommers 2020 im Literaturmuseum der Moderne mit Publikum diskutieren, mussten aber pandemiebedingt verschieben oder andere Formate suchen.

"Hölderfication" von Bas Böttcher

Der Schriftsteller Bas Böttcher hat einen Poesieautomat der besonderen Art gebaut – mit Anglizismen im ironisch-anachronistischen Kontrast zu Hölderlins Vokabular. www.hoelderfication.de bildet immer neue Komposita, 207.000 Varianten sind möglich.

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Samuel J. Kramer liest einen eigenen Text für und über Hölderlin

Samuel J. Kramer ist Poetry Slammer, Konzept- und Performancekünstler und studiert zur Zeit Philosophie in Frankfurt am Main. mehr über seine Texte und wie sie entstehen in einem Video-Interview

Nico Bleutge über Hölderlins Pflanzen

Nico Bleutge ist freier Schriftsteller und Literaturkritiker. mehr über sein Verhältnis zu Hölderlin im DLA-Blog

Hans Ulrich Gumbrecht über Hölderlins späte Gedichte

Die letzten sechsunddreißig Jahre seines Lebens galt Friedrich Hölderlin als „unheilbar wahnsinnig“. Warum berühren uns plötzlich seine einfachen Gedichte aus jener Zeit? Der Literaturwissenschaftler Hans Ulrich Gumbrecht ist Emeritus der Universität Stanford und ständiger Gastprofessor an der Université de Montréal, am Collège de France sowie an der Zeppelin Universität Friedrichshafen.

Ottmar Ette: "Alle Töne des Lebens. Hölderlin hören"

Ottmar Ette ist Professor für Romanische Literaturwissenschaft und Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität Potsdam.

Louise Wagner / Katharina Meves: "Diotima-Fragmente"

Katharina Meves spricht nach einer choreographischen Idee von Louise Wagner Hölderlins „Diotima-Fragmente“. Louise Wagner ist freischaffende Choreografin, Katharina Meves Schauspielerin und Tänzerin.

Wolfgang Georgsdorf über Literatur und Hölderlins Gedichte in Gebärdensprache

Wolfgang Georgsdorf ist Multimediakünstler, Regisseur und Autor. Fasziniert von der Ästhetik, Mimik und Poesie in der Kommunikation Gehörloser erlernte er die Gebärdensprache und setzt sich damit künstlerisch auseinander. 2000 veröffentlichte er MUDRA, das erste digitale, bidirektionale Lexikon für Österreichische Gebärdensprache in neun Dialekte.

Norbert Gstrein spricht mit Carsten Otte über die Stille und die Unendlichkeit beim Schreiben und die endlichen Mittel der Literatur

Gstrein, 1961 in Tirol geboren, wurde vielfach ausgezeichnet. Für seinen jüngsten Roman „Der zweite Jakob“ (2021) erhielt er den Düsseldorfer Literaturpreis. Carsten Otte ist Literaturkritiker beim SWR.

Während der Vorbereitung auf die Veranstaltung hat Norbert Gstrein einen Text geschrieben, den wir hier als PDF veröffentlichen: Das „O“ bei Hölderlin

Sara Sommerfeldt liest Friedrich Hölderlin ("Die Ruhe") und Paul Celan ("Blume")

Sara Sommerfeldt ist Schauspielerin und Sängerin und hatte Engagements in Stuttgart, Mannheim und Bochum.

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Hanns Zischler liest Hölderlins "Nachtgesänge"

Als „Nachtgesänge“ bezeichnete Hölderlin neun Gedichte, die er im Dezember 1803 dem Verleger Friedrich Wilmans in Frankfurt am Main für dessen „Taschenbuch für das Jahr 1805 Der Liebe und Freundschaft gewidmet“ überließ, darunter auch eines der bekanntesten Hölderlin-Gedichte: „Hälfte des Lebens“.

Carolin Callies, Ann Cotten, Daniela Danz, Aris Fioretos, Norbert Hummelt und Rainer René Mueller über Celans Gedicht "Was es an Sternen bedarf"

Am 21. März 1970 las Paul Celan zur Feier von Friedrich Hölderlins 200. Geburtstag im Silchersaal der Stuttgarter Liederhalle aus seinem noch unveröffentlichten Gedichtband „Lichtzwang“. Vier Wochen später nahm er sich in Paris das Leben. Der Band wurde erst nach seinem Tod veröffentlicht.

Die Gedichte aus „Lichtzwang“ gelten seitdem als schwer zugänglich. Können wir Celans späte Verse heute – ein halbes Jahrhundert nach seiner Stuttgarter Lesung – besser verstehen? Carolin Callies, Ann Cotten, Daniela Danz, Aris Fioretos, Norbert Hummelt und Rainer René Mueller kommentieren diese sieben Verse:

Was es an Sternen bedarf,
schüttet sich aus,

deiner Hände laubgrüner Schatten
sammelt es ein,

freudig zerbeiß ich
das münzenkernige
Schicksal.

 

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Hanns Zischler liest Celans "Meridian"-Rede

„Ich finde etwas – wie die Sprache – Immaterielles, aber Irdisches, Terrestrisches, etwas Kreisförmiges, über die beiden Pole in sich selbst Zurückkehrendes und dabei – heitererweise – sogar die Tropen Durchkreuzendes: ich finde … einen Meridian.“ Die Rede, die Paul Celan als Dankesrede hielt, als er am 22. Oktober 1960 mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet wurde, ist einer der bedeutendsten poetologischen Texte des 20. Jahrhunderts.

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Hanns Zischler liest Celans "Gespräch im Gebirg"

Diese kleine Geschichte erwähnt Celan in der „Meridian“-Rede. Er habe sie „vor einem Jahr, in Erinnerung an eine versäumte Begegnung im Engadin“ geschrieben. Die versäumte Begegnung: Celan hätte am 22. Juli 1959 Theodor W. Adorno in Sils Maria treffen sollen – dort, wo Nietzsche das Wort „Übermensch“ „vom Wege auflas“. Aber Adorno kam nicht.

Hans Ulrich Gumbrecht: "Was ist Literatur?"

Hölderlin lesen – materiell, digital, empirisch (Ausschnitt)

Mit Vera Hildenbrandt, Roland Reuß und Winfried Menninghaus. Moderation: Lothar Müller. Zum vollständigen Mitschnitt

"Dich lieb ich, Erde" mit Anne-Dore Krohn und Denis Scheck

Die Journalistin Anne-Dore Krohn und der Literaturkritiker Denis Scheck überprüfen Robert Walsers These: „Hölderlin hielt es für angezeigt, d.h. für taktvoll im 40. Lebensjahr seinen gesunden Menschenverstand einzubüssen, wodurch er zahlreichen Menschen Anlass gab, ihn aufs Unterhaltendste, Angenehmste zu beklagen. Rührung ist ja etwas überaus Bekömmliches, mithin Willkommenes. Über einen grossen und zugleich unglücklichen Menschen weinen, wie schön ist das! Wieviel zarten Gesprächsstoff liefern solche unalltägliche Existenzen.“

Abschlussveranstaltung des Literatursommers 2020 mit Ulrike Almut Sandig, Jürgen Kaube und Karl-Heinz Ott, Moderation Denis Scheck (Teil 1)

Mit der Lyrikerin Ulrike Almut Sandig (‚Monster wie wir‘, 2020), dem Herausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung Jürgen Kaube, dessen Buch ‚Hegels Welt‘ (2020) gerade mit dem Deutschen Sachbuchpreis ausgezeichnet wurde, und Karl-Heinz Ott, Schriftsteller und Übersetzer (‚Hölderlins Geister‘, 2019).

Am Beginn: Poesiefilm „Leuchtende Schafe“ von Ulrike Almut Sandig, am Ende: „Winterblumen“ von Gerhard Stäbler, gesungen und gespielt von Angelika Luz, Alumni und Studierenden der Staatlichen Hochschule für Musik und darstellende Kunst Stuttgart.

Abschlussveranstaltung des Literatursommers 2020 mit Ulrike Almut Sandig, Jürgen Kaube und Karl-Heinz Ott, Moderation Denis Scheck (Teil 2)

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