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Literatur-Sommer

Hölderlin leise für sich oder laut für andere lesen, seine Verse blind hören, in Gebärden oder in Tanz übersetzen? Sie als abgeschlossene Texte an und für sich oder als durchlässige Gebilde vor anderen Hintergründen (wie Biographie, Literaturgeschichte, Welt und Natur) erkunden? X

 

Diese Fragen wollten wir im Rahmen des Literatursommers 2020 im Literaturmuseum der Moderne mit Publikum diskutieren, mussten aber pandemiebedingt verschieben oder andere Formate suchen.

"Hölderfication" von Bas Böttcher

Der Schriftsteller Bas Böttcher hat einen Poesieautomat der besonderen Art gebaut – mit Anglizismen im ironisch-anachronistischen Kontrast zu Hölderlins Vokabular. www.hoelderfication.de bildet immer neue Komposita, 207.000 Varianten sind möglich.

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Samuel J. Kramer liest einen eigenen Text für und über Hölderlin

Samuel J. Kramer ist Poetry Slammer, Konzept- und Performancekünstler und studiert zur Zeit Philosophie in Frankfurt am Main. mehr über seine Texte und wie sie entstehen in einem Video-Interview

Nico Bleutge über Hölderlins Pflanzen

Nico Bleutge ist freier Schriftsteller und Literaturkritiker. mehr über sein Verhältnis zu Hölderlin im DLA-Blog

Louise Wagner / Katharina Meves: "Diotima-Fragmente"

Katharina Meves spricht nach einer choreographischen Idee von Louise Wagner Hölderlins „Diotima-Fragmente“. Louise Wagner ist freischaffende Choreografin, Katharina Meves Schauspielerin und Tänzerin.

Ottmar Ette: "Alle Töne des Lebens. Hölderlin hören"

Ottmar Ette ist Professor für Romanische Literaturwissenschaft und Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Universität Potsdam.

Wolfgang Georgsdorf über Literatur und Hölderlins Gedichte in Gebärdensprache

Wolfgang Georgsdorf ist Multimediakünstler, Regisseur und Autor. Fasziniert von der Ästhetik, Mimik und Poesie in der Kommunikation Gehörloser erlernte er die Gebärdensprache und setzt sich damit künstlerisch auseinander. 2000 veröffentlichte er MUDRA, das erste digitale, bidirektionale Lexikon für Österreichische Gebärdensprache in neun Dialekte.

Norbert Gstrein spricht mit Carsten Otte über die Stille und die Unendlichkeit beim Schreiben und die endlichen Mittel der Literatur

Gstrein, 1961 in Tirol geboren, wurde vielfach ausgezeichnet. Für seinen jüngsten Roman „Der zweite Jakob“ (2021) erhielt er den Düsseldorfer Literaturpreis. Carsten Otte ist Literaturkritiker beim SWR.

Sara Sommerfeldt liest Friedrich Hölderlin ("Die Ruhe") und Paul Celan ("Blume")

Sara Sommerfeldt ist Schauspielerin und Sängerin und hatte Engagements in Stuttgart, Mannheim und Bochum.

Hans Ulrich Gumbrecht über Hölderlins späte Gedichte

Die letzten sechsunddreißig Jahre seines Lebens galt Friedrich Hölderlin als „unheilbar wahnsinnig“. Warum berühren uns plötzlich seine einfachen Gedichte aus jener Zeit? Der Literaturwissenschaftler Hans Ulrich Gumbrecht ist Emeritus der Universität Stanford und ständiger Gastprofessor an der Université de Montréal, am Collège de France sowie an der Zeppelin Universität Friedrichshafen.

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Hanns Zischler liest Hölderlins "Nachtgesänge"

Als „Nachtgesänge“ bezeichnete Hölderlin neun Gedichte, die er im Dezember 1803 dem Verleger Friedrich Wilmans in Frankfurt am Main für dessen „Taschenbuch für das Jahr 1805 Der Liebe und Freundschaft gewidmet“ überließ, darunter auch eines der bekanntesten Hölderlin-Gedichte: „Hälfte des Lebens“.

Carolin Callies, Ann Cotten, Daniela Danz, Aris Fioretos, Norbert Hummelt und Rainer René Mueller über Celans Gedicht "Was es an Sternen bedarf"

 

Am 21. März 1970 las Paul Celan zur Feier von Friedrich Hölderlins 200. Geburtstag im Silchersaal der Stuttgarter Liederhalle aus seinem noch unveröffentlichten Gedichtband „Lichtzwang“. Vier Wochen später nahm er sich in Paris das Leben. Der Band wurde erst nach seinem Tod veröffentlicht.

Die Gedichte aus „Lichtzwang“ gelten seitdem als schwer zugänglich. Können wir Celans späte Verse heute – ein halbes Jahrhundert nach seiner Stuttgarter Lesung – besser verstehen? Carolin Callies, Ann Cotten, Daniela Danz, Aris Fioretos, Norbert Hummelt und Rainer René Mueller kommentieren diese sieben Verse:

Was es an Sternen bedarf,
schüttet sich aus,

deiner Hände laubgrüner Schatten
sammelt es ein,

freudig zerbeiß ich
das münzenkernige
Schicksal.

 

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Hanns Zischler liest Celans "Meridian"-Rede

„Ich finde etwas – wie die Sprache – Immaterielles, aber Irdisches, Terrestrisches, etwas Kreisförmiges, über die beiden Pole in sich selbst Zurückkehrendes und dabei – heitererweise – sogar die Tropen Durchkreuzendes: ich finde … einen Meridian.“ Die Rede, die Paul Celan als Dankesrede hielt, als er am 22. Oktober 1960 mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnet wurde, ist einer der bedeutendsten poetologischen Texte des 20. Jahrhunderts.

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Hanns Zischler liest Celans "Gespräch im Gebirg"

Diese kleine Geschichte erwähnt Celan in der „Meridian“-Rede. Er habe sie „vor einem Jahr, in Erinnerung an eine versäumte Begegnung im Engadin“ geschrieben. Die versäumte Begegnung: Celan hätte am 22. Juli 1959 Theodor W. Adorno in Sils Maria treffen sollen – dort, wo Nietzsche das Wort „Übermensch“ „vom Wege auflas“. Aber Adorno kam nicht.

Hans Ulrich Gumbrecht: "Was ist Literatur?"

Die nächsten Veranstaltungen:

„Hölderlin lesen – materiell, digital, empirisch“ (mit Vera Hildenbrandt, Roland Reuß, Winfried Menninghaus und Lothar Müller, am 23. Juni)

„Auf einen Espresso + einen Wein mit Hölderlin + Hegel“ (mit Jürgen Kaube, Karl-Heinz Ott, Ulrike Almut Sandig, Denis Scheck, eine Veranstaltung der Baden- Württemberg Stiftung in Kooperation mit dem Deutschen Literaturarchiv Marbach, am 25. Juni)

„Hölderlin. Innen“ (mit Anne-Dorf Krohn, Katharina Meves, Denis Scheck, Louise Wagner und dem Diotima Quartett, in Koop. mit den Ludwigsburger Schlossfestspielen, am 27. Juni)

„Was man von hier hören kann“ (mit Katharina Hacker, Judith Kuckart und Friederike Roth und einer Stimmeninstallation für freies Gelände von Judith Kuckart und Lili Anschütz am 1. August, gefördert im Programm „Und seitab liegt die Stadt“ der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und des Literarischen Colloquiums Berlin)

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