Menü
schließen
8

Poesie-Hackathon

„Zählen. Hölderlin mit den Fingern lesen“ heißt eines der Ausstellungskapitel, das wir durch einen „Poesie-Hacakthon“ erweitern, den wir hier dokumentieren. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Halle, Marbach, Moskau, Potsdam, Stuttgart und Würzburg haben an kuratierten Daten zu den Gedichten von Schiller, Mörike, Hölderlin und Celan digitale Analysen durchgeführt und diskutieren am 18. Juni in einem Online-Workshop ihre Methoden und Ergebnisse und versuchen sich an deren Interpretation: Was ist Poesie, wenn wir sie als Ansammlung von Daten betrachten, bearbeiten, analysieren? Was für Strukturen, was für Muster lassen sich erkennen? Was fangen wir mit diesen an – was können sie uns über Poesie sagen, was können wir dazu erzählen? Und, das wäre eine unserer Hypothesen: Ist die Poesie gegenüber den typischen computerphilologischen bzw. computerlinguistischen Routinen widerständiger als andere literarische Gattungen? Welches Erkenntnispotenzial liegt dann in dieser Widerständigkeit?


Programm

9 Uhr: Begrüßung & Führung durch den „Distant Reading“-Raum zu Hölderlin im Literaturmuseum der Moderne (Heike Gfrereis und Vera Hildenbrandt, Marbach)

9.15 Uhr: Kleine Einführung (Peer Trilcke, Potsdam)

9.25 Uhr: Henny Sluyter-Gäthje und Peer Trilcke (Potsdam): „Poesie als Fehler“

10 Uhr: Melanie Andresen, Hana Kang und Natalia Tkachenko (Stuttgart): „Hölderlin hacken, Mörike modifizieren“

10.35 Uhr: Kaffeepause

11 Uhr: Fotis Jannidis und Leonard Konle (Würzburg): „Schwäbische Explorationen“

11.35 Uhr: Anna Busch (Potsdam), Torsten Roeder (Halle): „Pixelpoesie“

12.10 Uhr: Frank Fischer (Moskau): „Neural Reading“

12.45 Uhr: Mittagspause

13.45 Uhr: kurzer Rückblick

14 Uhr: Gespräch mit Hannes Bajohr über Poesie und künstliche Intelligenz. Moderation: Heike Gfrereis und Peer Trilcke

Bajohr hat 2015 für seinen Roman „Durchschnitt“ alle Bücher aus dem 2002 von Marcel Reich-Ranicki herausgegebenen zwanzigbändigen Kanon der deutschen Literatur als Textkorpus verwendet, mit Hilfe eines Computerskripts dessen durchschnittliche Satzlänge bestimmt (18 Wörter), dann alle Sätze anderer Länge aussortiert und das Ergebnis anschließend alphabetisch geordnet. 2018 veröffentlichte er den Gedichtband „Halbzeug. Textverarbeitung“, in dem ebenfalls Methoden der digitalen Textanalyse als Verfahren der Textproduktion genutzt werden.

15 Uhr: kurze Kaffeepause

15.15 Uhr: Nächste Schritte

 

Interessierte können sich bis zum 17. Juni anmelden unter: digital-humanities@uni-potsdam.de

Konzept: Heike Gfrereis und Peer Trilcke. X 

In Kooperation mit dem Forschungsverbund Marbach Weimar Wolfenbüttel, dem SDC4Lit, dem Netzwerk für Digitale Geisteswissenschaften und dem Theodor-Fontane-Archiv der Universität Potsdam.

Heike Gfrereis und Peer Trilcke haben exemplarisch und ausstellungsvorbereitend 2018 im Hackathon Der Fontane Code zusammen mit dem Theodor-Fontane-Archiv und dem Digital Humanities-Netzwerk der Universität Potsdam Fontanes Romane auf ihre Visualisierbarkeit hin befragt.

 

 

Im Anschluss an den Poesie-Hackathon dokumentieren wir hier die Ergebnisse.

Schreibe einen Kommentar