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Die Seele
Die Seele Zwei

Über das Projekt

Auf der Schillerhöhe, dem Standort des Deutschen Literaturarchivs Marbach und seiner beiden Literaturmuseen, wird in den nächsten Jahren ein neues Magazin und ein Forschungsarchiv gebaut. Die Erweiterung ist auch ein gesellschaftlicher Auftrag: „Man könnte diesen Ort mit Deleuze und Guattari als geschmeidiges ‚Segmentaritätsgewebe‘ imaginieren, an dem sich also Segmente der Gesellschaft durch ihre Befassung mit Literatur ineinander verweben. Eine solche Vision benötigt eine politische und intellektuelle Haltung: Sie versteht ein Archiv nicht als Institution, sondern als eine Bewegung.“ X

Wie dieses bewegliche, offene Verweben unterschiedlicher Menschen (und damit zum Beispiel auch unterschiedlicher Meinungen, Gefühle, Stimmen und Ordnungen) gelingen kann, erproben wir in der Schausammlung im Literaturmuseum der Moderne, die Bestände aus dem Deutschen Literaturarchiv zum 20. und 21. Jahrhundert zeigt. Der „Marbacher Kanon der schönsten Einzelstücke“ ist hier  alles andere als repräsentativ und auratisch gelegt, sondern als offene, auf ein schmales Band konzentrierte Objektcollage auf Augenhöhe gehängt. Die Ausstellung ist auf den ersten Blick ein Ausschnitt, eine Auswahl, eine Reduktion, eine bestimmte, aber sehr relative Form des übersichtlichen Zugriffs auf ein riesiges Archiv.

Im Mittelpunkt der verschiedenen Projekte, die diesen Ausschnitt kommentieren, steht daher eine Reihe von Fragen: Warum Literatur im Archiv erfahren? Was macht diese Erfahrungen so einzigartig und wie werden sie für uns alle zugänglich? Welche Bilder von ‚Literatur‘ und ‚Welt‘ sind mit diesem Archiv der Literatur verbunden, wie erweitern und verändern sie sich im 21. Jahrhundert?

Anna-Lena Scholz bei der Konferenz „Das Literaturarchiv der Zukunft“ des Deutschen Literaturarchivs Marbach am 24. März 2021. Seit 2019 versuchen wir mit den Ausstellungen des Deutschen Literaturarchivs Marbach die Gattung „Literaturausstellung“ für das ästhetische Aushandeln von Phantasien und Gefühlen, Begriffen und Werten zu öffnen: Wie kann aus dem Grundprinzip des Ausstellens, d.i.: der Kombination, ein soziales Modell für ein gleichberechtigtes und interagierendes Nebeneinander von unterschiedlichen Perspektiven werden? Was kann vielleicht sogar nur im Kunstraum einer Ausstellung gesehen und erfahren, gedacht, erforscht und gesagt werden?

 

Über uns

Das Konzept für die Schausammlung im Literaturmuseum der Moderne sowie deren Neupräsentation und digitale Erweiterung 2021 stammt von Heike Gfrereis, unterstützt von Franziska Schmidt (Demirag Architekten), Andreas Jung und Diethard Keppler als Gestaltern, Vera Hildenbrandt beim Projektmanagement und blubb.media (mit Peter Stein, Ulrike Braun, Daniel Fried, Simon Jebenstreit, Hal Fitzgerald, Christian Götzinger, Jana Würth, Lea Keppler, Robin Mahler und Max Leinweber) bei der AR-App „literaturbewegen“ und den interaktiven Projektionen „Mit der Seele schreiben“.

 

Den virtuellen Raum hat das Atelier Lohrer gestaltet (Fabian Lohrer mit Susanne Fritsch und Felix Geiger, Projektlogo: Diethard Keppler und Andreas Jung). Ausstellungsfotos: Heike Gfrereis, Andreas Jung, Chris Korner, Martin Kuhn und Franziska Schmidt.

Exponatauswahl, Texte, Drehbücher und Redaktion: Heike Gfrereis. Organisation: Christine Baumgärtner mit Janina Schindler. Exponatfotografien: Chris Korner und Jens Tremmel. Restauratorische Arbeiten: Anais Ott mit Susanne Böhme, Enke Huhsmann, Philine Venus und Anja Weller. Bei redaktionellen Arbeiten halfen Mareike Benz und Linh Le.

 

Die Reihe „Archiv-Box“ organisierte Jan Bürger, deren Dokumentation betreute Martin Kuhn, ebenso die Reihe „Archivkino“. Die Führungen und Workshops werden federführend von Verena Staack geplant.

Heike Gfrereis

heike.gfrereis@dla-marbach.de

Vera Hildenbrandt

vera.hildenbrandt@dla-marbach.de

Verena Staack

verena.staack@dla-marbach.de

Das Deutsche Literaturarchiv wird gefördert von: